Warum der heutige Earth Overshoot Day auch für die Wirtschaft hohe Relevanz hat

Heute ist Earth Overhoot Day. Der Tag, an dem wir global gesehen die Regenerationsfähigkeit der Erde erreicht haben. Ab diesem Tag betreiben wir Raubbau an den natürlichen Ressourcen. In unschöner Regelmäßigkeit ist auch dieses Jahr der Earth Overshoot Day zu einem früheren Zeitpunkt erreicht, letztes Jahr war er am 1. August. Was hat das nun mit der Wirtschaft zu tun? Das wird klar, wenn man diesen Tag etwas weniger abstrakt definiert. Der immer frühere Earth Overshoot Day reflektiert unser übermäßiges, als nicht nachhaltiges, Konsumverhalten und den damit einhergehenden Ressourcenverbrauch. Dessen Folge sind die Klimakrise, die Vermüllung der Erde, die abnehmenden Fischbestände, extremere Wetterereignisse, und vieles weitere mehr.

 

Das Weltwirtschaftsforum nennt in seinem "Global Risk Report 2019" extreme Wetterereignisse sowie das Versagen in der Bekämpfung der Klimakrise als die globalen Risiken mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit. Im Bezug auf der Schwere ihrer Auswirkungen belegen diese beiden Risiken die Plätze 2 und 3 (nach Massenvernichtungswaffen). Entsprechend stellt das Weltwirtschaftsforum in seinem Report fest: "Da sich Umweltrisiken mit zunehmender Häufigkeit und Schwere herausbilden, dürften sich die Auswirkungen auf die globalen Wertschöpfungsketten verstärken. [...] Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auswirkungen von Umweltrisiken steigen, es wird immer schwieriger werden, diese Risiken als Externalitäten zu behandeln." Mit anderen Worten: Die Umweltrisiken werden immer mehr auch zu einem finanziellen Risiko für Unternehmen.

 

Für Deutschland und nur im Hinblick auf die Klimakrise hat das Umweltbundesamt in seiner im Jahr 2018 erschienen Publikation "Wie der Klimawandel den deutschen Außenhandel trifft" festgestellt, "dass der Klimawandel die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft in zahlreichen Bereichen direkt treffen und beeinträchtigen wird". So würden etwa globale Extremwettereignisse zu Ausfällen von Lieferanten, Produktionsstandorten sowie landwirtschaftlichen Importen von z.B. Kaffee oder Soja führen. Des Weiteren werde der Klimawandel die Weltwirtschaft dämpfen - mit entsprechenden negativen Folgen für Deutschland als Exportnation.

 

Viele gerade der global agierenden Unternehmen fordern einen klaren Rahmen und konsequenteres Handeln etwa beim Klimaschutz. Sie haben erkannt, dass sich dadurch nicht nur Risiken vermindern, sondern auch neue Geschäftschancen eröffnen können.